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ICC-Gipfeltreffen 2025 in Russland, Moskau

2. Dezember, Moskau, Baltschug Kempinski

Dr. Klaus Oblin, unser Senior Counsel, und Ivanna Alecska haben kürzlich am ICC Russia Summit 2025 teilgenommen. Dabei wurde Klaus Oblin eingeladen, neben führenden russischen und internationalen Experten an einer hochrangigen Podiumsdiskussion teilzunehmen. Der ICC Russia 2025 Summit brachte Praktiker und Wissenschaftler aus aller Welt zusammen, um die neuen Dynamiken und Veränderungen in der heutigen Welt der Schiedsgerichtsbarkeit zu diskutieren.

Während der Podiumsdiskussion konzentrierte sich Klaus Oblin auf die rechtliche Realität, mit der sanktionierte Staaten im europäischen Rechtsraum konfrontiert sind. Der Schwerpunkt lag dabei vor allem auf der Tatsache, dass EU-Sanktionen heute nicht nur eine politische Waffe, sondern vielmehr eine verbindliche Rechtsnorm sind. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass EU-Sanktionen nicht alle juristischen Tätigkeiten für russische Mandanten verbieten. Im Gegenteil, er erklärte, dass die EU-Vorschriften klar zwischen verbotenen nichtstreitigen Beratungsleistungen und der für das Recht auf Verteidigung unbedingt erforderlichen Rechtsvertretung unterscheiden. Arbitration und Prozessvertretung bleiben, wenn sie mit konkreten Verfahren verbunden sind, ausdrücklich zulässig. Diese Unterscheidung ist nicht nur in den Vorschriften selbst verankert, sondern wurde auch von europäischen Gerichten bestätigt. Dr. Klaus Oblin hat auch eine zukunftsorientierte Perspektive aufgezeigt und eine spürbare Veränderung auf dem Rechtsmarkt beobachtet. Während große internationale Kanzleien gegenüber sanktionierten Ländern oft einen konservativen Ansatz verfolgen, sind Boutique-Kanzleien zunehmend bereit, sanktionierte Mandanten im Rahmen des EU-Rechts zu vertreten. Dies ist besonders wichtig zu beachten, wenn man bedenkt, dass nach Beendigung der Militäroperation in der Ukraine davon auszugehen ist, dass russische Mandanten sich wahrscheinlich an hochspezialisierte Boutique-Kanzleien wenden werden, die ihnen in dieser äußerst komplexen Zeit zur Seite gestanden haben. 

Der ICC Russia Summit 2025 unterstrich, dass sich die internationale Schiedsgerichtsbarkeit als Reaktion auf geopolitische und regulatorische Zwänge weiterentwickelt, anstatt durch diese verdrängt zu werden. Dr. Klaus Oblin betonte in seinem Beitrag zur Podiumsdiskussion, dass Sanktionen die Rechtsstaatlichkeit zwar weitgehend umgestaltet, aber nicht außer Kraft gesetzt haben. Und während sich der Rechtsmarkt weiter anpasst, wird die Rolle hochspezialisierter Boutique-Kanzleien bei der sanktionskonformen Vertretung immer zentraler. Der Gipfel bestätigte erneut, dass Fachwissen, Anpassungsfähigkeit und ein tiefes Verständnis der regulatorischen Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren für eine effektive Vertretung in Schiedsverfahren entscheidend sein werden.

from left to right: Dr. Klaus Oblin and Ivanna Alecska
Dr. Klaus Oblin und Ivanna Alecska nehmen am ICC Russia Summit 2025 teil
Dr. Klaus Oblin als Diskussionsteilnehmer beim ICC Russia Summit 2025, wo er über die Auswirkungen der EU-Sanktionen auf die Schiedsgerichtsbarkeit und Vollstreckung innerhalb des europäischen Rechtsrahmens spricht.
ICC Russland-Gipfel 2025
Ivanna Alecska nach der Podiumsdiskussion auf dem ICC Russia Summit 2025
Dr. Klaus Oblin